Achstetten Altheim Altshausen Bad Buchau Bad Saulgau Bad Schussenried Berkheim Biberach Birkendorf Burgrieden Dettingen Dürmentingen-Heudorf Eberhardzell Erolzheim Gutenzell-Hürbel Herbertingen Hochdorf Kirchdorf Langenenslingen Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Mengen Ochsenhausen Oggelsbeuren Riedlingen Ringschnait Rot Schemmerhofen Schwendi Tannheim Ummendorf Unlingen Wain Warthausen Ingoldingen Uttenweiler Ertingen Steinhausen-Rottum

Der Arbeitskreis Asyl Gutenzell-Hürbel stellt sich vor

Arbeitskreis

Text steht noch aus.

Wenn Sie hier Mitglied sind und Ihnen fällt ein toller Text ein, dann bitte schnell E-Mail an

webmaster(at)asyl-bc.de

Berichte

    GH1.jpg

    Magdalena stellt sich vor

    Mein Name ist Magdalena Abraha. Ich bin im Januar dieses Jahres in Biberach geboren und seit Ende Februar wohne ich in Gutenzell im Schloßbezirk.

    Meine Mama heißt Hiwan Abraha, mein Papa Tsegay Abraham.

    Meine Eltern sind aus Eritrea über Äthiopien, Sudan, Libyen, mit dem Schiff über das Mittelmeer nach Italien, von dort mit dem Zug nach Deutschland gekommen.

    Eritrea ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Er grenzt im Nordwesten an den Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten an das Rote Meer. Von ca. 5,2 Millionen Einwohnern sind etwa 250.000 Eritreer auf der Flucht und auf der ganzen Welt verstreut.

    Isaias Afewerki, der ehemalige Rebellenführer, der Eritrea in die Unabhängigkeit führte, regiert bis heute das Land und verwandelte Eritrea in einen „Ein-Mann-Staat“, in dem kein Widerspruch geduldet wird.

    2001 wagte eine Gruppe von ranghohen Mitgliedern der Regierungspartei „Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit“ einen offenen Brief und forderten ein Mehrparteiengesetz. Bis heute sind elf Mitglieder der Regierungspartei und 10 Journalisten vermisst. Eritrea gilt weltweit als Schlusslicht in der Pressefreiheit.

    Einer der am häufigsten genannten Gründe für die Flucht ist der Militärdienst in Eritrea. Dort muss jeder Mann ab 18 Jahren einen Grundwehrdienst leisten, der offiziell auf 18 Monate begrenzt ist. Tatsächlich aber kann er ein Jahrzehnt dauern, ohne dass dem Rekruten Gründe genannt werden. Das Land ist seit seinem Grenzkrieg mit Äthiopien, der im Jahr 2000 endete, in einem permanenten Zustand der Generalmobilmachung. Selbst 50 Jahre alte Männer werden regelmäßig zum Militär eingezogen, dessen Offiziere für ihre Willkür berüchtigt sind.

    Diese Belagerungsmentalität findet ihre Fortsetzung im alltäglichen Leben. Es gibt in Eritrea weder Meinungsfreiheit noch Versammlungsfreiheit. Der falschen Religion anzugehören, namentlich einer Pfingstkirche endet mit Haftstrafen. Reisefreiheit ist ebenfalls ein unbekanntes Wort. Selbst für Reisen innerhalb des Landes brauchen Eritreer eine Genehmigung. Wer sich dagegen auflehnt, riskiert sein Leben.

    Haben Tekalmarian, auch aus Eritrea, wohnt bei Ruth und Hans Keller. Um dem Militärdienst in Eritrea zu entkommen, hat auch er die gefährliche Reise über das Mittelmeer auf sich genommen. Mit 17 Jahren wagte er die Flucht, ohne das Wissen der Eltern. Nach seiner langen und risikoreichen Reise wurde er erst in der Schweiz festgehalten, da er keine Papiere hatte und kam dann im Dezember 2015 nach Deutschland. Hier wird Haben nun von der Familie Keller unterstützt, kann zur Schule gehen und sich eine Zukunft in Sicherheit aufbauen.

    Meine Eltern sind koptische Christen und haben mich im April in der Pauluskirche in Ulm nach ihrem Glauben taufen lassen. Zu der Taufe in Ulm und zum Fest danach in Gutenzell kamen viele gläubige Landsleute und Freunde aus dem Helferkreis um mit uns zu feiern.

    Die Koptisch-Orthodoxe Kirche ist in Ägypten entstanden. Sie führt auf den Heiligen Evangelisten und Märtyrer Markus zurück, der im 1. Jh. n. u. Z. in Ägypten gewirkt und die Kirche gegründet haben soll.

    Die Kopten verstehen sich als christliche Nachkommen der Alten Ägypter. Der Begriff »Kopte«, die europäisierte Form des arabischen Wortes »qubti/qibti«, bedeutet nichts anderes als »Ägypter«.

    Wir sind jetzt froh in einem sicheren Land zu sein. Mit Hilfe der Mitglieder des Helferkreises Gutenzell arbeiten sich Mama und Papa durch den ungewohnten und fremden Alltag. Sie wollen durch täglichen Deutschunterricht, mit Ehrenamtlichen aus Gutenzell , schnell Deutsch lernen. Ich auch, aber bei mir dauert es ja noch ein wenig, da es mit dem Sprechen grundsätzlich noch hapert. Papa möchte gerne arbeiten gehen (er hat in Eritrea als Maler und Schreiner gearbeitet), ich möchte in den Kindergarten, dann in die Schule, und dann – irgendwann - gehören wir dazu.

    Zwei syrische Familien auf dem Weg zur Integration

    Seit Januar 2016 leben in Hürbel in der ehemaligen Grundschule zwei Flüchtlingsfamilien aus Syrien. Sie wurden von ehrenamtlichen Helfern aus unserer Gemeinde empfangen, haben sich gut eingelebt und sind schon ein Teil von uns. Mitglieder des Flüchtlingshelferkreises stehen ihnen auch jetzt noch unterstützend zur Seite. So bekommen die beiden Frauen z. B. an drei Vormittagen ehrenamtlichen Deutschunterricht von drei Hürblerinnen.

    Saleh mit seiner Frau Baian haben zwei Jungs: Abdulrehman geht zur Schule, der kleine Muhammad ist erst 18 Monate alt. Saleh hat seinen ersten Deutschkurs schon erfolgreich beendet und kann sich ausreichend verständigen. Er ist der Übersetzer und Vermittler für beide Familien. Sobald er eine Stelle findet, möchte er handwerklich arbeiten. Nach mehreren Jahren auf dem Bau hatte er zuletzt ein Möbelgeschäft in Syrien.

    Sein Bruder Jasim macht zurzeit einen Deutschkurs und hat zusammen mit Frau Nadia vier Kinder. Das Mädchen Shada geht in Hürbel zum Kindergarten, wo sie sowohl von den Kindern als auch von den Erzieherinnen sehr herzlich aufgenommen wurde und mittlerweile auch schon alleine ohne Mama bleibt. Am Mutter-Kind-Turnen nimmt sie mit ihrem kleinen Cousin Muhammad und den Müttern teil. Ihre drei Brüder (Muhammad, Ali und Jassa) gehen nach Ochsenhausen zur Schule, sollen aber ab dem nächsten Schuljahr die Grundschule in Gutenzell besuchen. Als Sportlehrer hat Jasim die Jungs entsprechend trainiert, so dass zwei von ihnen erfolgreich in Ochsenhausen Fußball spielen.

    Da sie gerne in unserer Gemeinde wohnen bleiben würden, wäre es schön, wenn sie eine Wohnung außerhalb der Anschlussunterbringung fänden.

Kontakt

20170912_haber.jpg

Carina Haber

(Sozialpädagogin MA)

Diakonie Biberach
Ökumenische Flüchtlingsarbeit

Adresse:
Wielandstr. 24
88400 Biberach

Mobil: 0162/1754370

Email: haber(at)diakonie-biberach.de

Zuständig für die Orte: Bad Schussenried, Ingoldingen, Hochdorf, Ummendorf, Eberhardzell, Ochsenhausen, Steinhausen, Gutenzell-Hürbel, Erolzheim, Erlenmoss, Ringschnait, Rot, Tannheim.

Presse

Pressespiegel Gutenzell-Hürbel

20160929_sz_gutenzell_praktikum.JPG
Auf Praktikum folgt Festanstellung
29.09.2016, 00:00
Wolfgang Huchler aus Niedernzell beschäftigt einen 25-jährigen Asylbewerber
Mehr

  • 1 (aktuell)
Diese Woche

von Montag, 11. Dezember bis Sonntag, 17. Dezember 2017

Kein Event diese Woche

Kalender

Veranstaltungen in Gutenzell-Hürbel

  • Nicht mehr aktuell!

    Arbeitskreissitzung in Gutenzell-Hürbel

    Region Gutenzell-Hürbel

    04.05.2017, 20:00

    Arbeitskreissitzung in Gutenzell-Hürbel

    Mehr


Aktuelle Sachspenden-Gesuche bzw. Angebote in Ochsenhausen und Umgebung

Sachspendenanzeigen finden sie unter

Sachspenden



Wenn Sie ein Angebot haben oder gezielt für einen Flüchtling etwas suchen, dann können Sie hier eine Anzeige aufgeben

Anzeige schalten

Die aktuellen Kapazitäten der Unterkünften in Gutenzell-Hürbel

Stand 01.01.2017

AU Aufnahmequote: 27 Plätze

Arbeitskreis Asyl Gutenzell-Hürbel