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    In Biberacher Gebetsladen wird künftig international gekocht

    Biberach, 05.04.2019 (Tanja Bosch, ©Schwäbische Zeitung)

    Das „Come in“ hat ein neues Zuhause gefunden. Der interreligiöse Gebetsladen ist von der Biberacher Hindenburgstraße an den Bismarckring gezogen. An Ostern feiern Pater Alfred Tönnis und sein Team Eröffnung. Weil es in den neuen Räumlichkeiten mehr Platz gibt, kann das Angebot erweitert werden: Künftig wird im „Come in“ auch gekocht – und zwar international.

    „Über diese Möglichkeit freue ich mich sehr“, sagt Pater Alfred. „Wir wollen immer nach dem Gebet am Freitagabend gemeinsam kochen – mal arabisch, mal afrikanisch, mal türkisch und auch schwäbisch.“ Das „Come in“ sei für alles und jeden Geschmack offen.

    Pater Alfred hat das „Come in“ vor rund drei Jahren in Biberach eröffnet: Es ist ein Begegnungsraum, in welchem Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen zusammenkommen, Bücher und Schriften lesen, sich bei einer Tasse Tee gemütlich miteinander unterhalten und gemeinsam beten können.

    Im „Come in“ sollen auch mögliche Vorurteile und Ängste gegenüber dem Islam abgebaut werden. „Denn es gibt viele Gemeinsamkeiten.“ Am Freitagabend findet um 18 Uhr immer ein interreligiöses Gebet statt, wo Christen und Muslime gemeinsam beten.

    Aktuell sind Pater Alfred und die Mitarbeiter allerdings noch mit dem Umzug beschäftigt. Vor rund zwei Monaten haben sie mit den Renovierungsarbeiten am Bismarckring 48 begonnen. „Wir haben alles neu gemacht, die Fenster, die Fliesen und die Küche soll noch diese Woche eingebaut werden“, erzählt der 60-Jährige. Die neuen Räume seien ein Glücksgriff für den Begegnungstreff. „Hier haben wir viel mehr Möglichkeiten.“ Tönnis würde das Angebot gerne noch mehr ausweiten.

    Geleitet wird der Begegnungstreff von Alexandra Frenkel und Elias Kohler. Der FSJler liebt die Arbeit im Begegnungstreff: „Ich komme hier mit sämtlichen ethnischen Gruppierungen in Kontakt“, sagt der 20-Jährige aus Ochsenhausen. „Ich lerne hier viel über das Leben in anderen Kulturkreisen, das ist sehr spannend.“ Auch er freut sich schon besonders auf die Küche: „Ich habe einen Freund, der Koch ist, ich würde auch gerne regelmäßig mit ihm hier kochen“, sagt Elias Kohler.

    Im „Come in“ darf auch jeder seine Ideen einbringen. „Das ist mir wichtig“, sagt Pater Alfred. „Ich hätte gerne, dass noch mehr Schulklassen zu uns kommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass hier verschiedene Selbsthilfegruppen ihre Treffen abhalten.“ Die würden sich teilweise auch schwertun, passende Räume zu finden: „Und hier sitzen sie dann nicht so auf dem Präsentierteller wie in der Innenstadt.“ Das Programm im „Come in“ ist also immer erweiterbar.

    Unterschrift Foto: Gerade herrscht im neuen „Come in“ am Bismarckring 48 noch Umzugsstress. Besinnlich wird es aber, wenn Pfarrer Alfred Tönnis (rechts) und seine Helfer Elias Kohler (von links), Adam Diallo und Yusuf Ates die Kerzen anzünden. Bild: Tanja Bosch, ©Schwäbische Zeitung